Das perfekte Kleid finden, alle Gäste einladen und die Feier planen, Buffet oder Menü, im kleinen Kreis feiern oder doch lieber die ganz große Sause: Laut dem statistischen Bundesamt heiraten in Deutschland durchschnittlich jedes Jahr 400.000 Paare. Die Organisation einer Hochzeit kann in vielen Fällen zu einem Vollzeitjob werden – da fällt es schwer neben der ganzen Planung auch noch die Finanzen im Blick zu haben. Natürlich steht bei einer Heirat die Liebe im Mittelpunkt, dennoch lohnt es sich, mal einen Blick auf die finanziellen und steuerlichen Vorteile einer Eheschließung zu werfen.

Optimierung der Steuerklasse

Nach einer Eheschließung profitieren Sie von steuerlichen Vergünstigungen, dem sogenannten „Ehegattensplitting“. Das bedeutet, dass das Einkommen gemeinschaftlich veranlagt wird.
Besonders bei ungleich verdienenden Paaren kann sich diese Optimierung lohnen. So funktioniert’s:
Der Partner mit dem höheren Einkommen wählt Steuerklasse III, der andere Steuerklasse V. Der Besserverdienende hat somit erheblich weniger Abzüge und ein höheres Nettogehalt, was sich schlussendlich positiv auf das gemeinsame Haushaltseinkommen niederschlägt.
Trägt ein Partner 60 Prozent oder mehr zum Familieneinkommen bei, lohnt sich diese Kombination.
Testen Sie es doch gleich einmal Ihre günstigste Steuerklassen-Kombi mithilfe des Einkommensteuerrechners des Bundesfinanzministeriums
Übrigens: Heiratet ein Paar zum Beispiel am 31. Dezember, so gilt die steuerliche Vergünstigung rückwirkend für das komplette Jahr.

Höhere Freibeträge durch Heirat

Sparer-Pauschbetrag

Der Sparer-Pauschbetrag (Freibetrag) von 801 Euro verdoppelt sich bei Ehepaaren und kann dann frei aufgeteilt werden. So können bis zu 1.602 Euro Zinsen, Dividenden etc. pro Jahr eingenommen werden, ohne dass Abgeltungssteuer gezahlt werden muss.

Freibetrag für Schenkungen erhöht sich

Nach der Eheschließung steht jedem Partner ein Freibetrag von bis zu 500.000 Euro an Geldschenkungen zu. Vorher ist eine steuerfreie Schenkung nur in Höhe von 20.000 Euro möglich.

Erbschaften

Auch beim Thema Erbschaft spielt die Ehe eine nicht unwesentliche Rolle, denn die gleichen Freibeträge wie bei der Schenkungsteuer gelten auch bei der Erbschaftsteuer. Ein weiterer wichtiger Punkt, der bei unverheirateten Paaren zu bösen Überraschungen führen kann: Die gesetzliche Erbfolge erkennt unverheiratete Paare nicht an. Gibt es kein Testament, geht der Partner leer aus.

Elterngeld optimieren durch Steuerklassenwechsel

Die Berechnung vieler Lohnersatzleistungen ist an das Nettogehalt geknüpft. Das betrifft zum Beispiel das Elterngeld oder das Arbeitslosengeld. Mit der Wahl der richtigen Steuerklasse kann man deren Höhe direkt beeinflussen. Bei der Berechnung des Elterngeldes muss jedoch beachtet werden, dass der Steuerwechsel spätestens sieben Monate vor Geburt des Kindes vollzogen sein muss.

Versicherungen werden gemeinsam günstiger

Auch der Abgleich von Versicherungen lohnt sich für Verheiratete. In den meisten Fällen können Policen zusammengelegt oder erweitert werden, z.B. bei Rechtsschutz-, Privathaftpflicht-, Hausrat-, Unfall- und Auslandskrankenversicherungen. Zur gegenseitigen finanziellen Absicherung sollten sich verheiratete Paare bei bestehenden privaten Renten-, Unfall- und Lebensversicherungen als Begünstigte eintragen lassen. Außerdem sollte über eine Risikolebensversicherung nachgedacht werden – spätestens wenn sich Nachwuchs ankündigt oder größere Investitionen über Kredite finanziert werden.

Krankenversicherung und Absicherung der Familie

Hört ein Ehepartner auf zu arbeiten, beispielsweise um Kinder zu betreuen, kann der andere Partner ihn und die Kinder bei der gesetzlichen Krankenversicherung beitragsfrei mitversichern.